Das Dekanat ergreift Partei

Flüchtlinge sind im Dekanat Mühlacker kein „Thema“, sondern Menschen, die in den Gemeinden vorkommen und mitleben. Am Montag, 16.7.18, konnten Dekan Claus Schmidt und Dekanatsreferent Christoph Knecht aktuelle Erfahrungen und Probleme mit dem Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU) besprechen, der auf einer Tour durch seinen Wahlkreis auch in der Dekanatsgeschäftsstelle Halt machte. Begleitet wurde Krichbaum von seinen Büroleitern und von Günther Bächle, Fraktionschef der CDU im Mühlacker Rathaus und Kreisrat.

MdB Gunter Krichbaum

Dekan Schmidt lag dabei vor allem die Situation und die Perspektiven junger Menschen aus Afghanistan, Syrien oder Irak am Herzen, die in Mühlacker von ihm und Gemeindemitgliedern begleitet und aufgefangen werden. In der Regel haben sie eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis, auch ohne dass über ihr Asylverfahren abschließend entschieden wurde. Auch eine Ausbildungszeit wird ihnen meist gewährt, wenn sie in der glücklichen Lage sind, eine Lehrstelle gefunden zu haben. Danach ist aber für die meisten völlig offen, ob sie eine weitere Perspektive in Deutschland haben oder zurück in ihre Heimat müssen, die für sie eine fremde Heimat ist, oft ohne soziales Netz oder gesicherte Lebensperspektiven. Dekan Schmidt forderte die Politik auf, Möglichkeiten für den Verbleib gut integrierter junger Menschen zu eröffnen, auch wenn kein eigentlicher Asylgrund vorliege. Noch schwieriger sei die Lage für Menschen, deren Antrag bereits abgelehnt wurde, die aber nicht in ihre Heimatländer abgeschoben werden können, weil die verwaltungstechnischen Voraussetzungen fehlen oder Gefahr für Leib und Leben droht. Ihnen werden keine Integrationsmaßnahmen gewährt. Günther Bächle verwies dazu auf Angebote des Enzkreises, der auch in solchen Fällen mit Sprachkursen unterstütze.

Krichbaum vertrat mit Nachdruck seine Position, dass geflüchtete Menschen in ihr Heimatland zurück müssten, sobald geklärt ist, dass kein Asyl gewährt werden könne und die Lage in ihrem Land dies erlaube. Gerade für den Aufbau der Länder würden sie gebraucht. Auch etwa in Afghanistan gebe es Regionen, die als sicher eingestuft würden. Einig waren sich beide, dass viel mehr getan werden müsse zur Vermeidung von Fluchtursachen. Ein kleiner Baustein dazu ist das Projekt „Hilfe für Erbil“, mit dem das Dekanat Mühlacker Wohnraum und Lebensperspektiven im Irak ermöglichen will.