Prävention gegen sexualisierte Gewalt

Seit 2010 beherrscht das Thema "Gewalt und sexueller Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen" die Schlagzeilen. Flächendeckend werden nun alle hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese eine halbtägige Schulung über Präventionsmaßnahmen besuchen. Die zweite dieser diözesanen Schulungen fand am Dienstag in Illingen statt.

Inzwischen wurde viel getan, um Opfer zu schützen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Schon früh hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart beispielsweise eine unabhängige "Kommission sexueller Missbrauch" eingerichtet, die Betroffenen zur Seite steht.

Sabine Hesse ist Präventionsbeauftragte der Diözese und Geschäftsführerin der Kommission. Zu den Aufgaben der ausgebildeten Kinderschutz-Fachkraft gehören Konzeption, Koordination und Qualitätssicherung von Schulungen zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder. Sie erläuterte in Illingen die Hilfestrukturen der Diözese und warb für mehr Aufmerksamkeit gegenüber Grenzverletzungen im seelsorgerlichen Alltag.

Ute Schukraft, Dipl.- Sozialpädagogin und Heilpädagogin bei der Beratungsstelle Lilith e.V. in Pforzheim referierte ausführlich über Begriffe und Formen der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, über das Verhalten im Ernstfall und über Gefährdungs- und Schutzfaktoren in Gemeinden und Einrichtungen.

Die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter einige Gäste aus dem Dekanat Ludwigsburg, gingen mit größerer Sicherheit und Sensibilität im Umgang mit einem heiklen Thema nach Hause. "Nicht wegschauen!" war die Devise, nach der bisher und künftig im Dekanat und darüber hinaus verfahren wird.