Von Speyer...


Kaiserdom zu Speyer

Das Gebiet unseres Dekanates gehörte bis 1821 zum Bistum Speyer, das im Südosten bis an die Glems zwischen Markgröningen und Leonberg reichte. Schon im 1. Jh. n.Chr. entwickelte sich in Speyer eine Siedlung in der Nähe eines römischen Militärlagers; spätestens zu Beginn des 5. Jh. gab es dort einen Bischofssitz. Die kirchlichen Strukturen im Osten des Bistums wurden vom Kloster Weißenburg / Wissembourg (gegr. 661 n.Chr.) aus aufgebaut.


...nach Rottenburg


Basilika St. Vitus in Ellwangen

Am Anfang des 19. Jh. veränderten die Napoleonischen Kriege und die Säkularisation die politische und kirchliche Landkarte Deutschlands. Das bis dahin protestantische Württemberg erhielt nun Gebiete mit etwa 400 000 Katholiken, die allerdings alle unter der Aufsicht „ausländischer“ Bischöfe standen. Sie gehörten also zu Diözesen, deren Sitz außerhalb des Landes war.

1812 errichtete der württembergische König Friedrich I. eigenmächtig ein Generalvikariat in Ellwangen mit dem Ziel, eine katholische Landeskirche zu gründen. Jedes Mal, wenn nun ein Bischof starb, zu dessen Diözese württembergische Pfarreien gehörten, wurden diese Pfarreien vom betreffenden Bistum abgetrennt und dem Generalvikariat Ellwangen zugeschlagen, so 1818 die Pfarreien Michaelsberg, Weil der Stadt und Dätzingen aus dem Bistum Speyer. 1817 wurde das Generalvikariat von Ellwangen mehr ins Zentrum der künftigen Diözese nach Rottenburg verlegt.

Durch das Konkordat mit Bayern von 1817 (durchgeführt 1821) wurde das Bistum Speyer reorganisiert und besteht seitdem in den heutigen Diözesangrenzen.

Am 16.8.1821 erließ Papst Pius VII. die Bulle  Provida solersque, mit der die Oberrheinische Kirchenprovinz errichtet und umschrieben wurde: „...Die bischöfliche Kirche zu Rottenburg wird zu ihrem Diözesansprengel haben das ganze Königreich Württemberg mit allen Pfarreien, welche...von der Augsburger, Speyerer, Wormser und Würzburger Diözese getrennt worden sind.“ Neben Rottenburg gehörten zur Oberrheinischen Kirchenprovinz das Erzbistum Freiburg und die Diözesen Mainz, Fulda (1929 in die Kirchenprovinz Paderborn eingegliedert) und Limburg (1930 in die Kirchenprovinz Köln eingegliedert).


Das Dekanat und seine Vorläufer

Das Gebiet des heutigen Dekanates Mühlacker gehörte im Lauf der Geschichte zu verschiedenen Dekanaten.

1818 – 1910 Dekanat Stuttgart:
1818 wurde das Dekanat Stuttgart gegründet, zu dem auch die Pfarrei Hohenasperg mit dem gesamten Enztal gehörte. 1888 wurde die Pfarrei nach Bietigheim transferiert. In Mühlacker (nur Dürrmenz und Kernstadt) gab es damals 58 Katholiken.

1910 – 1949 Dekanat Neuhausen:
1910 wurde für die ländlichen Bereiche des Dekanates Stuttgart das Dekanat Neuhausen gegründet.

1949 – 1970 Dekanat Ludwigsburg:
Die starke Zunahme der Katholiken durch die Industrialisierung und den Zustrom von Heimatvertriebenen nach dem Krieg erforderte eine weitere Aufteilung. Am 1. April 1949 trat die neue Dekanatsordnung in Kraft. Die Stadtpfarrstelle Mühlacker mit einem Vikar und einer (Hilfs-)Seelsorgestelle in Maulbronn und Knittlingen wurde dem Dekanat Ludwigsburg zugewiesen.

1970 – 1992 Dekanat Vaihingen:
1970 wurden die inzwischen errichteten Pfarreien im Landkreis Vaihingen abgetrennt: Illingen, Knittlingen, Maulbronn, Mühlacker (mit Seelsorgestelle Wurmberg), Oberderdingen, Sersheim und Vaihingen bildeten das neu gegründete Dekanat Vaihingen. Später kamen die in den siebziger Jahren gegründeten Pfarreien Heimsheim und Wiernsheim dazu.

ab 1992 Dekanat Mühlacker:
Der Landkreis Vaihingen wurde 1973 aufgelöst. Seit den achtziger Jahren gab es Überlegungen zu einer Neustrukturierung auch der kirchlichen Organisation. Diskutiert wurde unter anderem eine Aufteilung des großen Dekanates Ludwigsburg. Durchgesetzt hat sich aber dann das Prinzip der Orientierung an den Kreisgrenzen. So wurde am 1. April 1992 für die zur Diözese Rottenburg-Stuttgart gehörenden katholischen Pfarreien im Enzkreis das katholische Dekanat Mühlacker gegründet. Die Lage am Rande der Diözese bringt manche „Unschärfen“ mit sich: Die Pfarrei Oberderdingen aus dem Dekanat Mühlacker gehört bereits zum Kreis Karlsruhe, die Pfarrei Neuenbürg im Enzkreis ist dem Dekanat Calw zugeordnet.