Mühlacker hilft armen Pflegekindern in Uganda

Dekanat, Kirchengemeinden und Privatleute spenden für Hilfsprojekte der Mmunye-Stiftung und des Kawa-Quartetts.

Die Corona-Krise hat weitreichende Folgen, und das gilt auch für Hilfsprojekte im fernen Uganda. Hier ist die Mmunye-Stiftung, die sich um 25 Kinder in Pflegefamilien - Waisen, Soizalwaisen und Kinder mit Behinderung - kümmert, auf finanzielle Unterstützung angewiesen, die unter anderem über die Konzerterlöse des Kawa-Quartetts, das bereits mehrfach im Raum Mühlacker aufgetreten ist, gewährleistet wird.

In diesem Jahr allerdings fällt die Tournee der Sänger durch Europa aus, womit laut einer Mitteilung auch wichtige Einnahmen dür die Mmunye-Stiftung wegfallen. "Die Menschen in Uganda haben sehr wenig Möglichkeiten, an die notwendigsten Nahrungsmittel heranzukommen. Die Lebensmittelpreise sind wahnsinnig gestiegen", erklären Andrea Lang und Marion Tschätsch, die sich als Organisationteam der Mmunye-Stiftung und des Kawa-Quartetts an das Dekanat Mühlacker und die einzelnen Kirchengemeinden gewandt haben, um für Hilfen zu werben. Die enge Verbundenheit besteht noch auf anderer Ebene: Pfarrer Julius Ssebulo, Direktor und Gründer des Kawa-Quartetts, ist derzeit als Priester in der Mühlacker Herz-Jesu-Kirchengemeinde tätig.

Ohne zu zögern, heißt es in der Mitteilung, habe auf die Anfrage hin das Dekanat eine Summe von 4000 Euro für das Kinderprojekt in Afrika gespendet, und auch einzelne Gemeinden, Privatleute, Freunde und Gruppen wie Kirchenchor oder Frauengruppe hätten mit spontanen Aktionen reagiert, freuen sich Andrea Lang und Marion Tschätsch. "Es konnten die dringend notwendigen Grundnahrungsmittel wie Bohnen und Reis und Medikamente gekauft werden. Wir haben die Hungersnot aufs Erste abwenden können, benötigen jedoch weiterhin Spenden." 

Die vier Sänger des Kawa-Quartetts hätten trotz der Corona-Beschränkungen in Uganda zu Fuß eingekauft, die Pflegefamilien erreicht und die Nahrungsmittel übergeben, berichten Lang und Tschätsch. "Die unsagbare Freude und Dankbarkeit in den Augen der Bedürftigen entschädigt uns alle. Wir sind in ständigem  Kontakt zum Quartett und erhalten immer wieder Bilder von sehr dankbaren Familien."  Insbesondere das "Sorgenkind" Jonathan, ein 14-jähriger Junge mit Behinderung, hätte ohne die Zuwendungen nicht versorgt werden können, weil die Mutter ihren Sohn nicht allein lassen könne und auch nicht über finanzielle Mittel verfüge, nennen die Mitstreiterinnen ein konkretes Beispiel.